Bei einer nachträglich eingefrästen Fußbodenheizung wird das Heizrohr direkt in den vorhandenen Estrich eingebracht. Anders als bei einer Fußbodenheizung im Neubau steht daher nicht beliebig viel Estrichstärke zur Verfügung. Rohrdurchmesser, Frästiefe und Biegeradien müssen genau auf diese Einbausituation abgestimmt sein.

Aus diesem Grund verwenden wir bei unserem Frässystem bewusst ein 14-mm-PE-Xa-Heizrohr und kein größeres 16- oder 17-mm-Rohr.

Warum 14 mm statt 16 oder 17 mm?

Der wichtigste Unterschied liegt zunächst im benötigten Platz. Ein größeres Rohr benötigt zwangsläufig eine breitere und vor allem tiefere Fräsnut. Bei einem bestehenden Estrich möchten wir jedoch nur so viel Material entfernen, wie für die sichere Aufnahme des Heizrohres tatsächlich notwendig ist.

Mit einem 14-mm-Rohr können die Fräsnuten entsprechend kompakt ausgeführt werden. Dadurch bleibt mehr vom vorhandenen Estrich erhalten. Gerade bei Sanierungen ist dies ein wesentlicher Vorteil, weil die vorhandene Estrichstärke begrenzt ist und nicht unnötig tief eingefräst werden sollte.

Ein 16- oder 17-mm-Rohr bietet hydraulisch zwar einen größeren Querschnitt, benötigt dafür aber auch mehr Platz. Dieser größere Rohrquerschnitt bringt bei den üblichen, entsprechend geplanten Heizkreislängen eines Frässystems in der Regel keinen entscheidenden praktischen Vorteil.

 

14 mm ermöglicht engere Bögen

Ein weiterer wichtiger Unterschied zeigt sich bei den Umlenkungen der Heizkreise.

Beim Fräsen wird das Rohr in vorgefertigte Nuten eingelegt und muss am Ende einer Bahn wieder in die nächste Bahn zurückgeführt werden. Je größer und steifer das Rohr ist, desto größer muss auch diese Umlenkung ausgeführt werden.

Das 14-mm-PE-Xa-Rohr lässt sich wesentlich leichter in engen Radien verlegen. Dadurch können die Heizrohre gleichmäßig über die verfügbare Bodenfläche verteilt werden, ohne unnötig große Bereiche für die Rohrumlenkung freihalten zu müssen.

Das ist insbesondere in kleineren oder verwinkelten Räumen ein großer Vorteil.

 

Weniger Eingriff in den bestehenden Estrich

Beim Frässystem gilt grundsätzlich: So viel wie notwendig, aber so wenig wie möglich in den vorhandenen Estrich eingreifen.

Genau hier liegt einer der wesentlichen Vorteile des 14-mm-Rohres. Gegenüber einem 16- oder 17-mm-Rohr kann die Fräsnut kleiner gehalten werden. Es wird weniger Estrichmaterial entfernt und die bestehende Konstruktion wird entsprechend weniger verändert.

Ein größerer Rohrdurchmesser wäre bei einer neu hergestellten Fußbodenheizung problemlos einsetzbar. Bei einem Sanierungssystem, bei dem in einen bereits vorhandenen Estrich gefräst wird, ist ein möglichst kompakter Rohrdurchmesser dagegen ein wichtiger konstruktiver Vorteil.

 

Trotzdem ausreichend Heizleistung

Ein kleineres Rohr bedeutet nicht automatisch eine geringere Heizleistung.

Entscheidend ist, dass Rohrdurchmesser, Rohrlänge, Verlegeabstand und erforderlicher Wasserdurchfluss gemeinsam geplant werden. Die Heizkreise unseres Frässystems werden deshalb auf das 14-mm-Rohr abgestimmt.

Größere Rohre wie 16 oder 17 mm haben aufgrund ihres größeren Innendurchmessers einen geringeren Strömungswiderstand. Dieser Vorteil ist vor allem bei sehr langen Heizkreisen interessant.

Beim Frässystem werden die Heizkreise jedoch entsprechend dimensioniert und aufgeteilt. Dadurch kann auch mit dem 14-mm-Rohr die erforderliche Wassermenge zuverlässig transportiert werden.

Der größere Rohrdurchmesser eines 16- oder 17-mm-Rohres bringt daher bei einem richtig geplanten Frässystem keinen automatischen Vorteil bei der Wärmeabgabe.

 

Schnelle Wärmeübertragung

Ein Frässystem hat gegenüber einer klassischen Fußbodenheizung einen weiteren Vorteil: Das Heizrohr liegt sehr nahe an der Bodenoberfläche.

Das 14-mm-Rohr benötigt eine vergleichsweise kleine Fräsnut und wird mit nur geringer Materialüberdeckung in den bestehenden Boden integriert. Dadurch muss die Wärme nicht erst eine dicke Estrichschicht durchdringen.

Das System kann deshalb vergleichsweise schnell auf Änderungen der Heizwassertemperatur reagieren. Genau diese Eigenschaft ist einer der Gründe, warum eingefräste Fußbodenheizungen für Sanierungen interessant sind.

 

Warum zusätzlich PE-Xa?

Neben dem Durchmesser ist auch der Rohrwerkstoff entscheidend.

Wir verwenden ein hochwertiges, sauerstoffdiffusionsdichtes PE-Xa-Heizrohr nach DIN 4726. PE-Xa ist sehr flexibel und besitzt ein ausgezeichnetes Langzeitverhalten. Der Werkstoff wird seit Jahrzehnten erfolgreich für Fußbodenheizungen eingesetzt.

Gerade beim Frässystem spielt die Flexibilität eine wichtige Rolle. Das PE-Xa-Rohr lässt sich spannungsarm in die engen Fräsnuten und Umlenkungen einlegen.

Ein Alu-Verbundrohr ist grundsätzlich ebenfalls ein hochwertiger Rohrwerkstoff. Durch die integrierte Aluminiumschicht ist es jedoch formstabiler und steifer. Was bei frei verlegten Installationsleitungen ein Vorteil sein kann, ist bei den engen Umlenkungen eines Frässystems weniger günstig.

Beim PE-Xa-Rohr besteht außerdem keine Aluminiumschicht, die bei einer zu starken oder unsachgemäßen Biegung geknickt oder beschädigt werden könnte.

Der komplette Heizkreis kann aus einem durchgehenden Rohr ohne Press- oder Verbindungsstellen im Fußboden hergestellt werden. Die Anschlüsse befinden sich ausschließlich am Heizkreisverteiler und werden mit den dafür vorgesehenen Systemkomponenten ausgeführt.

 

Die Vorteile des 14-mm-PE-Xa-Rohres auf einen Blick

  • Geringere Frästiefe: Es muss weniger Material aus dem vorhandenen Estrich entfernt werden.
  • Kleinere Fräsnuten: Der Eingriff in die bestehende Estrichkonstruktion wird reduziert.
  • Engere Biegeradien: Das Rohr lässt sich besser in den Umlenkungen des Frässystems verlegen.
  • Bessere Flächennutzung: Auch kleinere und verwinkelte Räume können gleichmäßig mit Heizrohr belegt werden.
  • Für kurze und mittlere Heizkreise optimal: Die beim Frässystem üblichen Heizkreise können hydraulisch passend auf das 14-mm-Rohr ausgelegt werden.
  • Keine geringere Heizleistung nur aufgrund des kleineren Durchmessers: Die erforderliche Leistung wird über die Auslegung des gesamten Heizkreises sichergestellt.
  • Hohe Flexibilität durch PE-Xa: Das Rohr lässt sich spannungsarm in die gefrästen Nuten einbringen.
  • Keine Aluminiumschicht: Dadurch besteht beim engen Biegen keine Gefahr des Knickens einer Metallschicht.
  • Keine Verbindungen im Boden: Jeder Heizkreis wird durchgehend vom Heizkreisverteiler und wieder zurück geführt.
  • Bewährter Werkstoff: PE-Xa wird seit Jahrzehnten erfolgreich für Flächenheizungen eingesetzt.

Fazit

16- und 17-mm-Rohre sind keine schlechteren Fußbodenheizungsrohre – sie sind für eine andere Einbausituation optimiert. Bei klassischen Fußbodenheizungen im Neubau können größere Rohrdurchmesser aufgrund ihres geringeren hydraulischen Widerstandes durchaus Vorteile bieten.

Beim nachträglichen Einfräsen in einen bestehenden Estrich gelten jedoch andere Anforderungen. Hier sind geringe Frästiefe, kleine Biegeradien, möglichst wenig Eingriff in den vorhandenen Estrich und eine flexible, spannungsarme Rohrverlegung besonders wichtig.

Genau deshalb setzen wir auf das 14-mm-PE-Xa-Rohr. Rohrdimension und Werkstoff sind auf das Fräsverfahren abgestimmt und ergeben gemeinsam eine technisch sinnvolle Lösung für die nachträgliche Fußbodenheizung.

 

4-mm-PE-Xa-Rohr bei gefrästen Fußbodenheizungen

Warum wird bei der gefrästen Fußbodenheizung ein 14-mm-Rohr verwendet?
Ein 14-mm-Heizrohr ermöglicht kleinere und weniger tiefe Fräsnuten. Dadurch muss weniger Material aus dem bestehenden Estrich entfernt werden. Gleichzeitig lässt sich das Rohr auch bei engen Umlenkungen sehr gut verlegen.

Ist ein 14-mm-Rohr schlechter als ein 16- oder 17-mm-Rohr?
Nein. Der optimale Rohrdurchmesser hängt vom jeweiligen Einsatzbereich ab. Bei einer gefrästen Fußbodenheizung sind eine geringe Frästiefe, kleine Biegeradien und möglichst wenig Eingriff in den bestehenden Estrich besonders wichtig. Dafür eignet sich das 14-mm-Rohr sehr gut.

Hat eine Fußbodenheizung mit 14-mm-Rohren weniger Heizleistung?
Nein. Die Heizleistung wird nicht allein durch den Rohrdurchmesser bestimmt. Entscheidend sind unter anderem Heizkreislänge, Verlegeabstand, Wasserdurchfluss und Vorlauftemperatur. Bei entsprechender Planung kann das 14-mm-Rohr die erforderliche Heizleistung zuverlässig übertragen.

Warum wird ein PE-Xa-Rohr verwendet?
PE-Xa ist flexibel, langlebig und seit vielen Jahren für Flächenheizungen bewährt. Gerade beim Frässystem ist die hohe Flexibilität wichtig, damit das Heizrohr spannungsarm in die Fräsnuten und engen Umlenkungen eingelegt werden kann.

Gibt es Verbindungsstellen der Heizrohre im Estrich?
Nein. Jeder Heizkreis wird aus einem durchgehenden Rohr hergestellt. Die Anschlüsse befinden sich am Heizkreisverteiler. Dadurch sind keine Press- oder Verbindungsstellen innerhalb des Fußbodens notwendig.

Warum eignet sich das 14-mm-Rohr besonders für kleinere oder verwinkelte Räume?
Durch den geringeren Rohrdurchmesser sind engere Biegeradien möglich. Dadurch kann die vorhandene Bodenfläche besser genutzt und das Heizrohr auch in kleineren oder verwinkelten Räumen gleichmäßig verteilt werden.