Sie planen eine thermische Sanierung in Österreich und möchten auf eine effiziente Flächenheizung umsteigen? Das Einfräsen in den bestehenden Estrich ist eine der beliebtesten Methoden. Doch welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Projekt gelingt, und wie schlägt sich das Verfahren im Vergleich zu anderen Nachrüst-Systemen?

Nachträglich Fußbodenheizung einbauen: Der Boden-Check

Bevor die Fräsmaschine zum Einsatz kommt, muss die Substanz geprüft werden. Das Verfahren ist genial einfach, erfordert aber eine solide Basis.

1. Die Beschaffenheit des Estrichs Das Fräsen ist in den meisten gängigen Estricharten wie Zementestrich oder Anhydritestrich (Fließestrich) problemlos möglich. Der Boden muss stabil, trocken und fest mit dem Untergrund verbunden sein.

2. Die Mindeststärke Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist die Dicke des Estrichs. Er sollte eine Stärke von mindestens 40 mm aufweisen. Da die Fräskanäle in der Regel ca. 16 bis 20 mm tief sind, bleibt so genügend Reststärke erhalten, um die statische Stabilität des Bodens zu gewährleisten.

3. Leitungsfreiheit Es dürfen keine wasserführenden Leitungen oder Elektrokabel direkt unter der Oberfläche verlaufen. Ein Fachbetrieb führt hierzu vorab Messungen oder Probebohrungen durch, um Überraschungen zu vermeiden.

Fräsen vs. Trockenbausysteme: Was passt zu Ihnen?

Wenn man eine Fußbodenheizung nachträglich einbauen möchte, stehen meist zwei moderne Verfahren zur Auswahl. Hier ist ein kurzer Vergleich:

Merkmal Frästechnik Trockenbausystem (Platten)
Aufbauhöhe 0 mm (im Bestand) ca. 20–30 mm zusätzlich
Gewicht Keine Mehrbelastung Gering, aber vorhanden
Bauzeit Sehr schnell (1–2 Tage) Schnell (Trockenbauweise)
Kosten In der Regel günstiger Materialintensiver
Reaktionszeit Sehr schnell (nah am Belag) Schnell

Das Einfräsen punktet vor allem dort, wo Türstöcke, Treppenanschlüsse und Raumhöhen unverändert bleiben müssen. Es ist die „unsichtbarste“ Form der Sanierung.

Regionaler Fokus: Sanieren in Österreich

Gerade in Regionen wie der Steiermark, Oberösterreich oder Wien werden viele Häuser aus den 70er und 80er Jahren modernisiert. Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe ist die Fußbodenheizung fast schon Pflicht, um die nötige Effizienz zu erreichen. Achten Sie bei der Planung auf regionale Förderungen für den Heizungstausch, die oft auch die Wärmeverteilung (also die Fußbodenheizung) miteinschließen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann man auch in eine bestehende Betonplatte fräsen? Das Fräsen in purem Beton ist technisch möglich, aber wesentlich aufwendiger als in Estrich. Es erfordert spezielle Diamant-Werkzeuge und verursacht höhere Kosten. Eine Vorab-Besichtigung durch einen Experten ist hier zwingend erforderlich.

Was passiert mit dem alten Bodenbelag? Alte Beläge wie Teppich, PVC oder schwimmend verlegtes Laminat müssen komplett entfernt werden. Klebereste sollten abgeschliffen werden, damit die Fräsmaschine eine ebene Fläche hat und die Kanäle präzise gezogen werden können.

Ist das System für eine Wärmepumpe geeignet? Absolut. Da die Heizrohre beim Fräsen sehr nah unter dem Oberbelag liegen, kann die Vorlauftemperatur extrem niedrig gehalten werden. Das steigert die Leistungszahl Ihrer Wärmepumpe und spart bares Geld.

Muss nach dem Fräsen grundiert werden? Ja. Bevor die Kanäle mit der Spezialmasse verschlossen werden, wird der Boden meist grundiert, um eine optimale Verbindung zwischen dem alten Estrich und der neuen Verfüllmasse zu garantieren.